Natur erleben

Besonders stolz sind wir auch auf unseren Schulgarten. Er wurde zunächst im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft angelegt. Damals war er noch recht klein, aber mit vielerlei hilfreichen Händen hat er sich immer mehr erweitert und verschönert. Im letzten Frühjahr wurde sogar ein Bienenhotel angelegt, das Wildbienen ein Zuhause bietet und uns die unmittelbare Betrachtung ermöglicht.

Wir legen gerade jetzt im Computerzeitalter Wert darauf, den Kindern nicht nur Theorie sondern auch vielerlei praktische Erfahrungen zu ermöglichen. Kinder lernen viel über den unmittelbaren Umgang mit der Natur. Dabei ist die anschauliche, fächerübergreifende Wissensvermittlung nur ein Aspekt. Mindestens ebenso wichtig sind sinnliche Erlebnisse mit der Natur: Wie fühlen sich Pflanzen, fühlt sich Erde an? Aus was entstehen Pflanzen eigentlich? Riechen Pflanzen auf unterschiedliche Weise? Beim Organisieren der Arbeit im Garten wird zielgerichtetes Handeln geübt und die Planung des klasseneigenen Beetes macht den Kindern viel Freude.

Pflanzen verlangen auch Verantwortung: Das gesamte Gartenjahr hindurch müssen Pflanzen ausreichend gegossen werden. Auch junge Pflänzchen müssen rechtzeitig verzogen, Unkraut muss gejätet werden, damit den Pflanzen Luft bleibt. Pflanzen zeigen immer unmittelbar eine Reaktion auf das eigene Tun.

Spielerisch erfahren die Kinder einiges über Pflanzen. Sie erlangen Kenntnisse über den Pflanzenaufbau, erfahren, welches Gemüse in unserer Gegend angebaut werden kann und wie gewisse Gemüsesorten aussehen. Es ist jedes Mal wieder eine große Freude, den Ertrag aus dem eigenen Garten zu probieren. Auch lernen sie wie selbstverständlich die Tiere kennen, die zum Gartenleben dazugehören. Wie hat die Quiesel-Klasse doch ihren Gemüseanbau gegen die Wühlmaus verteidigt. Und wie aufregend war es für alle, als sich ein schwarzes Kaninchen häuslich in unserem Schulgarten eingerichtet hatte.

Auch Unterrichtsprojekte zur Jahreszeit oder zu bestimmten Pflanzen oder Tieren (‚Die Kartoffel‘ oder ‚Vom Korn zum Brot‘ oder ‚Regenwürmer‘ und anderes) können durch entsprechende Aktionen Sachunterrichtsinhalte am Klassenbeet für jedes Kind lebendig erfahrbar machen.

Einen Schulgarten sachgemäß zu führen ist viel Arbeit und erfordert ein großes Engagement. Aber wenn man erlebt, wie das eigene Handeln und Entdecken die Kinder ihre lebendige Umwelt begreifen lässt und sie lernen sie zu achten, dann ist uns das die Arbeit wert. Sie erleben unmittelbar, wie empfindlich Pflanzen und Tiere auf äußere Eingriffe reagieren und beginnen Verantwortung zu übernehmen.

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«Die Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass sie jemand findet.»

Pippi Langstrumpf